HydrogeologieInhaltsübersicht
Das Untersuchungsgebiet liegt ausschließlich im Bereich der Molasse. Hauptgewässer ist die Eschach, die das Gebiet von SE nach NW durchfließt und beim Zusammenfluß mit der Kürnach nach Westen abbiegt. Neben Eschach und Kürnach gibt es zahlreiche kleine und mittelgroße Bäche, was von der starken Zertalung des Gebiets herrührt. Dieses ganze System entwässert durchweg nach Norden zur Donau. Ausnahme bilden im Gebiet die aus den Tobeln am Westrand der Adelegg austretenden Bäche, die mit der Argen dem Rhein zufließen: Rohrdorfer Bach, Friesenbach und Schleifertobelbach. Die Europäische Hauptwasserscheide verläuft entlang des Westrandes der Adelegg und biegt weiter nördlich nach Westen ab. Außer einigen künstlich angelegten Weihern sind keine stehenden Gewässer vorhanden. Das Gebiet ist trotz des hohen Niederschlagsmittels von ca. 1500 mm/a relativ arm an Grundwasser, da die kleinen Einzugsgebiete in der Molasse durch starke Zertalung voneinander isoliert sind und durch die Tobelbäche rasch entwässert werden. Die Molasse besteht hier aus einer Wechselfolge von Mergeln, Sandsteinen und Konglomeraten. All diese Gesteine sind relativ schlechte Grundwasserleiter, auch die Konglomerate, da sie vorwiegend mit kalkig-feinkörnigem Bindemittel verkittet sind. Zu zahlreichen, dafür geringen Grundwasseraustritten kommt es an der Grenze von Konglomerat gegen Mergel. Einzelne Mergel können auch in Sande übergehen, so daß eine enge Abfolge dieser zwei Gesteine auch kommunizierende Grundwasserstockwerke verursacht, die dann zur Versorgung von Einzelgehöften oder Viehtränken ausreichen. Ein zusätzliches Problem stellt die schlechte Wasserqualität dar; sie ist unter anderem eine Folge der Düngung landwirtschaftlicher Nutzfläche, zu kurzer Speicherzeit im Grundwasserkörper und Mangel an schützender Überdeckung des Einzugsgebiets. Etwas größere Vorräte bieten die großen Schuttkörper und Schwemmkegel am Westrand der Adelegg sowie die größeren Talauen innerhalb des Gebiets. Aber auch hier zeigt sich der große Nachteil des schnellen Durchfließens im Speicherkörper. Grund dafür ist das große Gefälle zum Vorfluter hin. Da die Gewässer durchweg aus mehr oder weniger karbonathaltigen Gesteinen stammen, sind sie als Kalkschotterwässer zu bezeichnen (L. GERB 1956). Das gesamte Grundwasserangebot dürfte sowohl von der Qualität wie von der Quantität her nicht für größere Trinkwasserprojekte ausreichen.
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